Neunmal schlug der Ball im gegnerischen Kasten ein, obendrein gab es zwei Platzverweise und Spannung bis in die letzten Sekunden. Dieser Start macht den Fans Lust auf mehr Landesliga-Fußball.

In 40 Jahren siegte eigentlich immer – bis auf eine Ausnahme – der SV Waren 09, wenn der Malchiner FSV an die Müritz kam. Am Sonnabend, zum Start der Rückrunde, war es nicht anders – jedoch knapper.

„Wir hatten uns schon ein bisschen was vorgenommen“, erklärte Malchins Marcus Budniak nach dem Spielende, wobei der FSV-Trainer mit den fünf Gegentreffern gar nicht zufrieden sein konnte. Seine gut ausgerichteten Mannen untermauerten die kecke Forderung auch auf dem Kunstrasen im Müritz-Stadion. Doch weder Georgios Poulios noch Hannes Kulartz gelang es, die Gäste in Führung zu bringen.

Dagegen entwickelte der Platzherr eine Art Superkraft, welche am Ende den Ausschlag zum Sieg geben sollte. Man brauchte nicht viele Chancen. Die Wackerow-Elf kam durch einen berechtigten Elfmeter zur Führung. Oldie Tobias Täge ließ Torwart Malte Emberger keine Chance (19.). Es war der erste Torschuss der Platzherren, die weiter mit einer ungeheuren Effizienz daherkamen.

Während es für Täge der unzähligste Treffer im Herrenbereich war – und auch am Sonnabend nicht der letzte wurde – gab es Debüts zu feiern. Tim Andrys glich für die Gäste aus. Es war für den A-Junior das Premierentor bei den Großen. Dem setzte 09 weiter Effizienz und Schlitzohrigkeit entgegen. Leon Seenkamp zirkelte einen Freistoß von der Eckfahne ins lange Eck. Ein freches Traumtor, welches zu verhindern gewesen wäre und den 2:1-Pausenstand darstellte.

Eine regelrechte Torflut startete dann im zweiten Abschnitt. Viermal schlug das Leder innerhalb von 13 Minuten ein. Täge (3:1), Poulios (3:2), Bartelt (4:2 & 5:2) trafen in dieser wilden Phase und brachten die Wackerow-Elf klar auf Kurs „Erster Heimsieg des Jahres“. Dabei waren die Treffer der Platzherren picobello herausgespielt.

Eine bemerkenswerte Wendung des Spiels vollbrachten dann die Gäste. Die wollten sich einfach nicht geschlagen geben und schafften es tatsächlich, dem vermeintlich schon entschiedenen Duell noch einmal richtig Leben einzuhauchen. Zunächst traf Hannes Kulartz per Freistoß zur dritten FSV-Bude. Dann flog auch noch ein Warener vom Feld: Ampelkarte. Meschzan, ebenfalls Tor-Debütant, brachte dann in der letzten offiziellen Minute das Leder zum 5:4 über die Linie.

Es war Pfeffer drin in diesem finalen Akt. Noch einmal jagten die Roten viele Bälle Richtung Wegener-Kasten. Eine richtige Chance ließen nun jedoch „Abwehrchef“ Täge nebst Kumpanen nicht mehr zu. Stattdessen flog 1919-Mann Hannes Jähnke nach einer Notbremse vom Feld.