Die volle Wucht des mecklenburgischen Amateur-Fußballs bekam der Malchiner FSV zu spüren. Erst sagte wieder einmal ein Gegner ab, dann gab es auch noch eine Lehrstunde. Nun startet die Rückrunde der Landesliga.
Was haben sie nicht alles unternommen? In den vergangenen Tagen waren die Verantwortlichen des Malchiner Fußballvereins in ihrem Bemühen, ihre Mannschaft auf den harten Landesligaalltag zu trimmen, wirklich nicht zu beneiden. Mit dem Lübzer SV sprang kurzfristig der Gegner ab. Es war alleine in dieser sechswöchigen Wintervorbereitung das dritte Testspiel der Rot-Weißen, welches nicht zu Stande kam.
Doch nicht nur die Peenestädter können ein Lied davon singen. Gleich reihenweise werden geplante Vergleiche abgesetzt, da Mannschaften nicht spielfähig sind. Ein Blick auf die Fußballerhomepage fussball.de verdeutlicht dies. Die Tendenz ist besorgniserregend. Die Neustrelitzer TSG kann ins selbe Horn blasen. Der Spitzenreiter der Landesklasse wurde erst von Union Wesenberg und dann vom Strelitzer FC versetzt. Wohl gemerkt: alleine nur am ersten März-Wochenende.
Der gute Draht zwischen Peene und Harbig-Stadion führte so zum neuerlichen Vergleich beider Teams. Erst vor zwei Wochen waren die Malchiner im Neustrelitzer Parkstadion zu Gast. Inklusive des letzten Duells begegnete man sich in dieser Saison bereits vier Mal.
Das tat dem Aufeinandertreffen keinen Abbruch. Kurzerhand wurde am Freitagabend gespielt. Doch anders als in den drei vorangegangenen Matches – zweimal gab’s ein Remis sowie einmal eine knappe Malchiner Niederlage – produzierte die Punktspielgeneralprobe einen klaren Sieger.
Denn die Rot-Weißen brachen nach einer flotten Anfangsviertelstunde für 25 Minuten derart auseinander, dass man diese Sequenz in jeden Horrorfilm hätte aufnehmen können. Fünf Gegentore handelten sich die Platzherren ein. Die Behelfs-Abwehr – manch eine Stammkraft fehlte (auf beiden Seiten) – konnte das zielstrebige Spiel der Gäste nicht bremsen. Überfordert war das umgebaute Mittelfeld. Malte Gäbel (17.), Dominik Teller (20.), Nils Kaiser (28.), wiederum Teller (39.) und Arian Schulz (44.) besorgten den 5:0 Pausenstand. Sehr „Hühnerhaufen“-verdächtig stand das Malchiner Ensemble dem Angriffsdruck gegenüber. Landesliga-untauglich war es definitiv; man muss tatsächlich noch einen draufsetzen: in dieser Zeitspanne war es sogar Wettspiel-untauglich. Das FSV-Gebahren hätte in dieser Phase allenfalls für eine Runde im Freizeit-Bad gelangt.
Immerhin: In Ausreden – man hätte sicher einige finden können – flüchteten sich Kulartz und Co. nicht. Neu sortiert – auch weil Oldie Marcus Köllmann die Viererkette nun anführte – berappelten sich die Platzherren im zweiten Durchgang. Immerhin gingen diese 45 Minuten Unentschieden und sportlich gleichwertig aus.
Die Rückrunde der Landesliga startet am Samstag. Mit dem Nachbarschaftsduell beim SV Waren 09 steht den 1919ern gleich ein dickes Kaliber ins Haus. Die Warener haben ihre Generalprobe nicht verloren. Sie sagten kurzerhand ihr Testduell ab …
Archivbilder: Wieder hatte es der FSV Malchin mit der Neustrelitzer TSG zu tun. Die Residenzstädter wollen in die Landesliga hinein; die Peenestädter nicht aus dieser heraus. Ab jetzt geht’s um Punkte.